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SAISONBERICHT

19.04.2021

2020/2021

Wenn ich hier schreibe, dass in diesem Winter beinahe Nichts so abgelaufen ist, wie es geplant war, dürfte das wohl niemanden überraschen. Natürlich konnte ich in diesem Jahr viele neue Erfahrungen sammeln und natürlich musste ich die eine oder andere Enttäuschung hinnehmen. Dennoch kann ich wohl in diesem Jahr gemessen an gesteckten und erreichten Zielen von einer erfolgreichen Saison sprechen. Den grössten Lerneffekt hatte ich im Bereich der Planung und der Formsteuerung. Eines Mal vorweg: Wenn man anhand von Theorie und Statistik zu wissen glaubt, wie ein Wettkampf ausgeht, belehrt einen der Sport gerne etwas besseren. 

 

Dass die gesamte Junior-Cup Rennserie gestrichen wird, war zweifellos ein Rückschlag. Aber nichts womit man nicht hätte rechnen dürfen. Natürlich hätte ich mich gerne eine letzte Saison mit den besten Biathleten meiner Altersklasse gemessen, bevor ich mich zu den Elite-Athleten begeben würde. Aber schliesslich konnten wir uns glücklich schätzen, überhaupt Wettkämpfe bestreiten zu dürfen. Ausserdem tat sich durch die Absage des Junior-Cups eine andere Gelegenheit auf, zu der ich noch kommen werde. Den Saisonhöhepunkt stellte wie immer die Junioren-WM dar. Da ich diese im letzten Jahr besonders schmerzlich verpasst hatte (Heim-WM), war mein Wille, mich in dieser Saison dafür zu qualifizieren umso stärker. Das zweite grosse Ziel war es, mich für den IBU Cup zu qualifizieren und etwas von der dünneren Luft der zweithöchsten Liga zu schnuppern.

 

Zu meiner Freude wurde entschieden, dass aufgrund des weggefallenden Junior-Cups, mehr Startplätze für eben diesen IBU-Cup geschaffen werden. Was bedeutete, dass Swiss-Ski statt fünf, nun maximal sieben Athleten in ein Rennen schicken durfte. Es war also klar, dass ich einer von diesen Sieben sein musste. 

Die Saison begann dann relativ unspektakulär. Im Dezember wurden nur Wettkämpfe auf Weltcupstufe durchgeführt, weshalb sich die meisten in unserem Team noch etwas in Geduld und Training üben durften. Für mich ehrlich gesagt eher Segen als Fluch. Denn so konnte ich nochmal wertvolle Schneekilometer sammeln, an denen es mir in den letzten beiden Jahren ein wenig gefehlt hatte. Die IBU-Cup Selektionen standen mit gleich 5 dicht aufeinander folgenden Rennen kurz vor Weihnachten an. In meiner ganzen Karriere konnte ich noch nie eine solch erfolgreiche Rennwoche abliefern. Zu meinem Bedauern ging es dabei nicht um viel. Aber mit dem 3. Gesamtrang über alle Wettkämpfe hinweg bin ich heute noch immer sehr zufrieden. Die Quali für den IBU-Cup hatte ich somit auch in der Tasche und es folgte mit den Feiertagen bereits wieder eine kurze Rennpause.

 

Es folgte eine weniger erfolgreiche Phase. Leider. Gerade nach der vielversprechenden Qualifikation waren die durchzogenen Ergebnisse im IBU Cup für mich nur schwer zu begreifen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich mich auf einem komplett anderen Niveau bewegte. Und auch bei einem Rang in der vorderen Ranglistenhälfte muss man sich bei über 160 Startern lange auf der Ergebnisliste suchen. Die enttäuschenden Resultate spiegelten aber auch mein Gefühl auf der Strecke wider. Auch im Schiessstand wollte es nicht mehr so gut funktionieren. Nach langen Überlegungen, ob meine schwache Form eine medizinische Ursache haben könnte, kam ich mit meinen Trainern zum Schluss, dass ich wohl einfach etwas müde war. Wir entschieden uns dafür, den Fokus von da an auf die Junioren-WM zu legen, für welche ich mich durch meine IBU-Cup Selektion  glücklicherweise schon mehr oder weniger qualifiziert hatte.

 

Nun müsste man meinen, dass nach einer so langen Vorbereitungsphase genügend Zeit bleibt, Fehler zu korrigieren und im richtigen Moment in Top-Form zu sein. Der Sport, und gerade der Biathlonsport, schreibt aber seine eigenen Geschichten. Während für andere das gleiche Training zum richtigen Formhöhepunkt führte, hat es für mich nicht genau gepasst. Entscheidend ist, in welcher Verfassung sich der Körper während einer solchen Phase befindet. Dies hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht genügend spüren können. Die Junioren-WM stand also vor der Tür und ich konnte nicht wirklich sagen in welcher Form ich mich gerade befand. Auch die zwei Swisscup-Wettkämpfe, die ich davor absolvierte, gaben nicht wirklich Aufschluss darüber. Resultatmässig konnte ich zwar zufrieden sein, meinen Formstand war aber weiterhin schwierig einzuschätzen.

 

Gerade mit den ersten beiden Wettkämpfen an der JWM, dem Einzel und dem Sprint, konnte ich überhaupt nicht zufrieden sein. Vor allem im Schiessstand lieferte ich zwei meiner schwächsten Performances in diesem Winter ab. Der Sprint war dabei mit Rang 59. das schlechteste Rennen der WM. Glücklicherweise reichte diese Platzierung noch knapp für eine Verfolger-Qualifikation. In diesem hatte ich merklich mehr Spass und konnte mit einer zufriedenstellenden Leistung viele Ränge gutmachen und die 27. Tageszeit herauslaufen. Leider bleibt im Verfolger immer die Hypothek vom Sprint. Die Staffel zusammen mit Laurin Fravi, Niklas Hartweg und Yanis Keller war eine äusserst wertvolle Erfahrung. Bis zum Schluss konnten wir mit den besten Nationen mithalten und ich durfte das Rennen dank zwei hervorragenden Leistungen der beiden Startläufer sogar lange anführen. Alles in allem war meine letzte JWM gemessen an Erfahrungen erfolgreich, gemessen an Resultaten aber ernüchternd. Was danach folgte war für mich aus trainingstechnischer Sicht sehr interessant. 

Aufgrund der Leistungen bei der JWM durfte ich für das IBU-Cup Finale gleich in Obertilliach bleiben. Mittlerweile war ich körperlich sehr angeschlagen, konnte in Anbetracht dessen trotzdem noch einige zufriedenstellende Leistungen abrufen.

 

Dann kam nach der Heimreise der Schock: Mein Bruder Sebastian, mit dem ich von Obertilliach 6 Stunden im Auto nach Hause gefahren war (zwar mit Maske) wurde positiv auf Corona getestet! Weshalb auch ich mich in Quarantäne begeben musste. Zwar standen von da an nur noch die Schweizermeisterschaften auf dem Plan, jedoch wollte ich diese in meinem letzten Jahr als Junior unbedingt noch bestreiten. Zum trainieren kam ich während der Quarantäne praktisch nicht und auch die Hoffnung, noch an der SM teilzunehmen schwand langsam dahin. Nach 5 und 7 Tagen machte ich jeweils einen Covid-Test, welche zu meinem Erstaunen beide negativ ausfielen. Ich konnte meine Quarantäne also verlassen und hatte noch wenige Tage Zeit für einen kleinen Aufbau.

 

Beim 1. Rennen, dem Massenstart, spürte ich die Zeit des Nichtstuns gewaltig in den Knochen und Muskeln. Mein Körper musste erst wieder richtig warm werden. Es resultierte mit einer guten Schiessleistung der 3. Rang. Im Sprint, dem letzten Rennen des Winters, konnte ich den besten Wettkampf der gesamten Saison zeigen. Völlig unverhofft holte ich bei den Junioren den Schweizermeistertitel. Es stellte sich heraus, dass ich wohl genau eine solche Pause nötig hatte, nachdem ich nach der intensiven Wettkampfphase so mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte. Natürlich würde man im Optimalfall nie eine derart extreme Pause während der Saison machen. Vielleicht war diese erzwungene Auszeit für mich eher Segen als Fluch. 

Eine in der Theorie optimale Vorbereitung hat mich also nicht dahin gebracht wo ich wollte, die denkbar suboptimalste brachte mir mein bestes Rennen der Saison. Wenn möglich sollte man alles von einem positiven Blickwinkel betrachten, denn es ist nicht zwingend alles schlecht, nur weil es im ersten Moment so aussieht. Es ist eben selten so, wie es scheint im Biathlonsport.

 

An dieser Stelle vielen Dank an all jene, die mich in dieser Saison bis zum Schluss unterstützt haben!

 

 

 

Sportliche Grüsse

 

 

 

 

Gion Stalder

 

Stärken

Meine Stärke ist vor allem mein Wille und meine Disziplin. Ich bin ein seriöser Arbeiter und scheue keinen Trainingsaufwand. Ich bin fähig in einem Team zu funktionieren und kann so von meinen Kollegen und Konkurrenten profitieren.

Schwächen

Zum Verhängnis wird mir häufig mein Übermut oder mein Ehrgeiz. Oft erwarte ich zu viel von mir selbst und stecke mir zu hohe Ziele die sehr schwer zu erreichen sind.

Arbeit

Meine Ausbildung zum Kaufmann durfte ich auf der Gemeindeverwaltung meiner Wohngemeinde in Wald absolvieren. Für mich war diese Ausbildung optimal, da mein Arbeitgeber sportlerfreundlich war und sich mir jeden Tag neue Herausforderungen boten.

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Freizeit

Wenn ich gerade kein Biathlon betreibe, gehe ich gerne anderen Sportarten wie Fussball oder Basketball nach. Aber auch einen neuen Kinofilm lasse ich mir selten entgehen.

Musik

Musik spielte in meinem Leben schon immer eine zentrale Rolle. So kann mich Musik sehr motivieren. Seit kurzem versuche ich mich gemeinsam mit zwei Kollegen als Rapper in der Hip-Hop Szene. Kanye West ist mein Lieblingskünstler.

ÜBER MICH

                      

UND BIATHLON

In eine vom nordischen Sport begeisterte Familie hineingeboren und im Schatten des Bachtels aufgewachsen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich schon als kleiner Junge auf den schmalen Latten zu versuchen. Da der als Talentschmiede bekannte Skiclub am Bachtel auf eine lange Tradition im Skilanglauf zurückblicken kann und schon viele Athleten hervorbrachte, die den Sprung an die Weltspitze schafften, war ich dort von Anfang an gut aufgehoben.

 

Es war für mich jedoch wichtig, neue Reize zu setzten und das langlaufen mit einer anderen Sportart zu kombinieren. So kam ich vorerst zur nordischen Kombination. Nach einiger adrenalinreichen Zeit, die ich in der Luft verbrachte, entschied ich mich für eine Sportart auf dem Boden. Es stand ausser Frage, dass das Langlaufen ein Teil meiner sportlichen Karriere bleiben sollte und da mein Bruder zu diesem Zeitpunkt eine faszinierende Sportart für sich entdeckt hatte, fiel es mir leicht, diesem Weg zu folgen. Ich trat also dem von meinem Onkel Jürg Kunz und Robert Braun wieder neu aufgebauten Biathlon Nachwuchs-Team bei.

 

Um ein erfolgreicher Biathlet zu sein, muss man gleich in mehreren und zum Teil komplett unterschiedlichen Bereichen über Stärken verfügen. So braucht man neben Kraft und Ausdauer beim Laufen auch eine ruhige Hand beim Schiessen. Auf der Stecke muss man seine mentalen Grenzen überwinden um schneller zu laufen als die Gegner, am Schießstand muss man eben diese Konkurrenten  ausblenden und sich einzig und allein auf sich selber konzentrieren.


Den ersten wichtigen Schritt meiner Karriere machte ich nach dem Wechsel vom Luft- auf das Kleinkalibergewehr. Damals nahm ich unmittelbar nach der Wettkampfsaison am sogenannten Sichtungsweekend teil. Es ging darum, sich für das Leonteq Biathlon Team, welches auch Kandidatengruppe genannt wird, zu qualifizieren. Erfreulicherweise schaffte ich den Sprung in dieses Kader, in dem damals auch mein Bruder trainierte.

Mit der Kandidatengruppe fand ich einen Platz in einem Gefäss, wo ich sowohl meine motorischen, kognitiven, sowie meine Fähigkeiten am Schiessstand stark verbessern konnte. Was ich zudem lernen durfte war Seriösität und ein diszipliniertes Verhalten was das Training anbelangte. Auf vielen Ebenen machte ich im Leonteq Biathlon Team also eine grosse Entwicklung durch.

Den nächsten wichtigen Sprung machte ich nach drei Jahren in der Kandidatengruppe. Es war die Selektion für das Junioren C-Kader von Swiss-Ski. Bis heute trainiere ich unter Gion-Andrea Bundi und Harald Egger und konnte dabei nochmals eine grosse Leistungsentwicklung durchmachen, sowie einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Profisportler zurück legen.