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STRESS IM SPORT

13.01.2022

UND DIE OLYMPISCHEN SPIELE

Hallo Zusammen! Gerne heisse ich euch zum neusten Newsletter willkommen. An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, euch allen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich habt ihr euch schon daran gewöhnt, nach der 20 neu die 22 zu schreiben. Falls nicht, soll euch dieser Text als kleiner Reminder dienen. Wir beginnen also ein weiteres Jahr, in dem wir uns mit der Covid-Pandemie herumzuschlagen haben. Ebenso wird im Februar dieses Jahres der aktuelle Olympiazyklus mit den Spielen in Peking zu einem Ende kommen. Seit ich auf der Welt bin sind es wohl die kontroversesten Olympischen Spiele. Natürlich wegen Corona, aber nicht nur. Aller Voraussicht nach werde ich in Peking nicht dabei sein, was ich jetzt auch nicht erwartet habe. Die Enttäuschung ist also nicht immens, trotzdem wollte ich hier nur kurz für klare Verhältnisse sorgen und diese Information gleich vorweg nehmen. Meinen Blick richte ich auf die Jahre 2025 und 2026, wo mit der Heim-WM und den Spielen in Mailand zwei Karrierehighlights stattfinden sollen. Heute berichte ich aus Brezno-Osrblie (SVK), wo zur Zeit der IBU Cup halt macht. Trotz etwas durchwachsener Ergebnisse kann ich behaupten guter Dinge zu sein. Leider war das in dieser erneut speziellen Saison nicht immer so. Darauf möchte ich hier auch eingehen.

 

Allzu schlecht bin ich nicht in den Wettkampfwinter gestartet. Mit zwei Selektionsrennen ging es noch im November los, wo es galt sich für die drei vakanten Startplätze im IBU-Cup zu empfehlen. Besonders einer der zwei Wettkämpfe viel zu meiner vollen Zufriedenheit aus. Die Laufleistung war total in Ordnung und im Schiessen konnte ich eine gute Basis legen. Ich sicherte mir also den dritten noch freien Platz und durfte somit zum ersten mal in meinem Leben nach Schweden und Norwegen reisen. Die Euphorie war gross, wurde aber bei den ersten Rennen in Schweden schnell gebremst. Die Sonne bekamen wir täglich nicht lange zu Gesicht. Und als ich jeweils um ca. 15:00 ins Rennen ging, blendete mich bereits das grelle Licht der Scheinwerfer. Das Schiessen machten diese veränderten Verhältnisse nicht einfacher, wie man sich vielleicht vorstellen kann. Es fehlte somit an der guten Basis im Schiessen und die Laufform liess auch zu wünschen übrig. Mit viel bezahltem Lehrgeld verliessen wir Idre (SWE) Richtung Sjusoen (NOR). Erfreulicherweise konnte ich dann in Norwegen einiges besser machen als noch in Schweden. Ich absolvierte mit dem Supersprint, einem extrem schnelllebigen Format, ein gutes Rennen und hatte Spass an der Sache. Ich konnte mich im Schiessen wieder etwas rehabilitieren und auf der Strecke die ein oder andere Sekunde mehr herausholen. Im darauf folgenden Sprint konnte mich noch für den Massenstart 60 qualifizieren. Mit am Start sind dort die ersten 15 der Gesamtwertung, sowie die 45 besten der Wettkampfwoche. Ebenfalls ein sehr spannendes, wenn auch etwas hektisches Format, wo die 60 besten Athleten gemeinsam ins Rennen gehen. Im ganzen Tumult hatte ich einen Sturz zu beklagen, woraus dann ein Mangel an geladenen Magazinen resultierte (diese fielen beim Malheur aus dem Schaft). Durch einen anschliessenden Fauxpas meinerseits verlor ich am Schiessstand extrem viel Zeit und konnte trotz ansprechender Leistung auf der Loipe kein besseres Resultat mit nach Hause nehmen. Schlussendlich wurde mir von meinen Trainern mitgeteilt, dass ich für die nächste Station im IBU-Cup nicht selektioniert wurde. Ein Grund dafür war auch, dass jemand vom Weltcup zurück kam, um in der 2. Liga zu starten. Nicht, dass ich damit nicht gerechnet hätte, aber solche Nachrichten sind immer enttäuschend. 

In den folgenden Wochen fiel mir das Training nicht so leicht. Ich absolvierte meine Stunden, aber irgendwie mit weniger Freude an der Sache und nicht mit dem gleichen Drive wie normalerweise. Irgendwann bekam ich es dann mit starken Rückenschmerzen zu tun und später mit Symptomen einer Magen-Darm Grippe. Ich lag mehrere Tage krank im Bett und verpasste aufgrund dessen auch den Alpencup in Pokljuka (SLO), wo die letzten Wettkämpfe vor den Weihnachtspause stattgefunden hätten. Nach einem Bluttest wurde dann ein Darm-Infekt als Ursache meines Unwohlseins festgestellt. Ob das Virus der einzige Grund war, oder ob der mentale Stress ebenfalls eine Rolle gespielt hatte, kann ich bis heute nicht genau sagen. Zum Glück ging es mir nach einigen Gesprächen mit guten Zuhörern aus meinem Freundes- und Familienkreis bald besser. Heute bin ich wieder mit vollem Elan dabei und habe Freude am Training und den Wettkämpfen. Es ist mir ein Anliegen auch über diese Seiten des Sports zu sprechen bzw. zu schreiben. Gerade bei Männern werden psychische Probleme oft nicht ernst genommen. Dies auch deshalb, weil viele sich nicht trauen oder sich gar schämen, darüber zu reden. Erzählt jemandem was euch bedrückt, sei es auch nur eine kurze Phase, während derer ihr unter Stress steht. Wie es bei mir der Fall war. Es hilft, sich zu öffnen. 

Abrunden möchte ich diesen Artikel mit ein paar Gedanken zu den Olympischen Spielen. Den politischen Boykott diverser westlicher Staaten sehe ich aufgrund der Menschenrechtsverletzungen Chinas als richtig an. Schade ist auch, dass das IOC die Spiele erneut an ein Land vergibt, wo der Wintersport quasi keine Tradition hat. Der Sport, und die Freude daran sollte immer im Vordergrund stehen. In den letzten Jahren wurden Olympia immer pompöser und immer mehr zu Phallusvergleichen der ausführenden Staaten. 

Man hat das Gefühl, die amtierenden Gastgeber wollten die jeweils Vorherigen in Sachen Grösse der Veranstaltung ausstechen. Das hat meiner Meinung nach nichts mehr mit dem olympischen Gedanken zu tun.

Als Sportler muss ich aber sagen, dass ich für alle Athleten, die sich für Peking qualifizieren konnten, auf eine Durchführung hoffe. Olympische Spiele sollen für all jene, die sich mit hartem Training und vielen erbrachten Opfern eine Teilnahme erkämpfen, ein Highlight ihrer Karrieren darstellen. Ich hoffe, sie werden nicht aufgrund von Politik und Fehlentscheidungen des IOC ihres hart erkämpften Lohns beraubt. 

Hiermit möchte ich meinen etwas längeren und eher politischen Newsletter beenden. Für mich geht es morgen mit dem nächsten Wettkampf weiter. Es steht ein Sprint auf dem Programm, bei dem es auch darum geht, sich für den Tags darauf folgenden Verfolger zu qualifizieren. Danach geht es nach zwei Wochen Wettkämpfen zurück in die Schweiz. Dort werde ich bestimmt meinen Göttibueb besuchen, der gerade Laufen gelernt hat. Auch darauf kann man sich freuen, oder?

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Stärken

Meine Stärke ist vor allem mein Wille und meine Disziplin. Ich bin ein seriöser Arbeiter und scheue keinen Trainingsaufwand. Ich bin fähig in einem Team zu funktionieren und kann so von meinen Kollegen und Konkurrenten profitieren.

Schwächen

Zum Verhängnis wird mir häufig mein Übermut oder mein Ehrgeiz. Oft erwarte ich zu viel von mir selbst und stecke mir zu hohe Ziele die sehr schwer zu erreichen sind.

Arbeit

Meine Ausbildung zum Kaufmann durfte ich auf der Gemeindeverwaltung meiner Wohngemeinde in Wald absolvieren. Für mich war diese Ausbildung optimal, da mein Arbeitgeber sportlerfreundlich war und sich mir jeden Tag neue Herausforderungen boten.

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Freizeit

Wenn ich gerade kein Biathlon betreibe, gehe ich gerne anderen Sportarten wie Fussball oder Basketball nach. Aber auch einen neuen Kinofilm lasse ich mir selten entgehen.

Musik

Musik spielte in meinem Leben schon immer eine zentrale Rolle. So kann mich Musik sehr motivieren. Seit kurzem versuche ich mich gemeinsam mit zwei Kollegen als Rapper in der Hip-Hop Szene. Kanye West ist mein Lieblingskünstler.

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ÜBER MICH
                   

UND BIATHLON

In eine vom nordischen Sport begeisterte Familie hineingeboren und im Schatten des Bachtels aufgewachsen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich schon als kleiner Junge auf den schmalen Latten zu versuchen. Da der als Talentschmiede bekannte Skiclub am Bachtel auf eine lange Tradition im Skilanglauf zurückblicken kann und schon viele Athleten hervorbrachte, die den Sprung an die Weltspitze schafften, war ich dort von Anfang an gut aufgehoben.

 

Es war für mich jedoch wichtig, neue Reize zu setzten und das langlaufen mit einer anderen Sportart zu kombinieren. So kam ich vorerst zur nordischen Kombination. Nach einiger adrenalinreichen Zeit, die ich in der Luft verbrachte, entschied ich mich für eine Sportart auf dem Boden. Es stand ausser Frage, dass das Langlaufen ein Teil meiner sportlichen Karriere bleiben sollte und da mein Bruder zu diesem Zeitpunkt eine faszinierende Sportart für sich entdeckt hatte, fiel es mir leicht, diesem Weg zu folgen. Ich trat also dem von meinem Onkel Jürg Kunz und Robert Braun wieder neu aufgebauten Biathlon Nachwuchs-Team bei.

 

Um ein erfolgreicher Biathlet zu sein, muss man gleich in mehreren und zum Teil komplett unterschiedlichen Bereichen über Stärken verfügen. So braucht man neben Kraft und Ausdauer beim Laufen auch eine ruhige Hand beim Schiessen. Auf der Stecke muss man seine mentalen Grenzen überwinden um schneller zu laufen als die Gegner, am Schießstand muss man eben diese Konkurrenten  ausblenden und sich einzig und allein auf sich selber konzentrieren.


Den ersten wichtigen Schritt meiner Karriere machte ich nach dem Wechsel vom Luft- auf das Kleinkalibergewehr. Damals nahm ich unmittelbar nach der Wettkampfsaison am sogenannten Sichtungsweekend teil. Es ging darum, sich für das Leonteq Biathlon Team, welches auch Kandidatengruppe genannt wird, zu qualifizieren. Erfreulicherweise schaffte ich den Sprung in dieses Kader, in dem damals auch mein Bruder trainierte.

Mit der Kandidatengruppe fand ich einen Platz in einem Gefäss, wo ich sowohl meine motorischen, kognitiven, sowie meine Fähigkeiten am Schiessstand stark verbessern konnte. Was ich zudem lernen durfte war Seriösität und ein diszipliniertes Verhalten was das Training anbelangte. Auf vielen Ebenen machte ich im Leonteq Biathlon Team also eine grosse Entwicklung durch.

Den nächsten wichtigen Sprung machte ich nach drei Jahren in der Kandidatengruppe. Es war die Selektion für das Junioren C-Kader von Swiss-Ski. Bis heute trainiere ich unter Gion-Andrea Bundi und Harald Egger und konnte dabei nochmals eine grosse Leistungsentwicklung durchmachen, sowie einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Profisportler zurück legen.